Via Integra

Fr Mark's progressive Anglo-Catholic take on European Christianity

  • This is my collection of material about the current state of the churches in Europe. I am interested in looking at how they are dealing with the pressing issues of our time: the issues of gay people and women in ministry/ leadership are particularly pressing at the moment, as is the area of declining church attendance.

    I would like to see how Europe's traditional religious institutions are coping with the new Europe currently being forged, in which public opinion and ethical attitudes are becoming inceasingly pan-European, and are evidently presenting a series of strong challenges for the churches.

Germany – the gay issue

Posted by Fr Mark on October 12, 2009

180px-Coat_of_Arms_of_Germany_svgThree Roman Catholic clergy, two German and one Swiss, came out as gay and spoke out on German TV against the current Pope’s policy and the discrimination practised within the RC Church against its gay members. The report refers to the Roman Catholic Church as “the world’s largest international gay organisation.”

From ZDF 37grad 15.08.06:

http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,3967432,00.html?dr=1

Schwul vor Gottes Angesicht

Priester im Konflikt

Wenn in der katholischen Kirche alles nach römischem Willen laufen würde, dann gäbe es sie gar nicht: die drei katholischen Geistlichen, die sich in “37º” der Kamera stellen. Denn Pater Theo Koster OP (55), Diakon Christian L. (41) und Pfarrer Sebastian (52) sind homosexuell veranlagt. Homosexuelle aber dürfen keine Priester werden, wie der Vatikan erst jüngst wieder offiziell betont hat. Was dabei verschwiegen wird: seriösen Schätzungen zufolge sind (je nach Jahrgang und Ort) zwischen 20 und 40 Prozent aller katholischen Priester “schwul”, wie heute die gängige Selbstbezeichnung lautet.

Die Kirche duldet das stillschweigend – solange die Betreffenden sich nicht outen. Tun sie es, müssen sie um ihre berufliche Existenz fürchten. Und die ist für sie, wie für ihre heterosexuellen Kollegen auch, weit mehr als ein Job: Sie ist “Berufung”. Die Folge ist, dass in der “größten transnationalen Schwulenorganisation” (so ironisch ein Insider) die meisten sich verstecken und zum Doppelleben verurteilt sehen.

Wie der deutsche Pfarrer Sebastian (Name geändert), der nur anonym vor die Kamera trat. Er war gerade im Priesterseminar, als “salopp gesagt, das 1. Schwulenverbot aus Rom kam”, die Erklärung “Persona Humana”, die Homosexualität unter Berufung auf die Hl. Schrift als auf Gottesablehnung zurückführte. Aber Priestersein, das war sein Traumberuf. Von Kindesbeinen an. “Den jetzt aufgeben? Auf keinen Fall. Ich bin eben schwul und Priester. Muss ja niemand wissen. So dachte ich früher. Heute weiß ich, so einfach ist das leider nicht.” Und das praktiziert der 52-jährige Priester nun die Hälfte seines Lebens schon. Opfert sich auf im priesterlichen Dienst – und fühlt sich zugleich diskriminiert von der eigenen Kirche und besonders vom jetzigen Papst.

“Die spezifische Neigung der homosexuellen Person ist zwar in sich nicht sündhaft, begründet aber eine mehr oder weniger starke Tendenz, die auf ein sittlich betrachtet schlechtes Verhalten ausgerichtet ist.” So formulierte Kardinal Ratzinger als oberster Glaubenshüter bereits 1986 und approbierte die Unterstellung – wider alle wissenschaftliche Erkenntnis – am 4.11.2005 erneut, nunmehr als Papst. Homosexuelle Priester sind für ihn ein Widerspruch in sich selbst. “Der Papst irrt, er ist falsch informiert, er soll mit uns schwulen Priestern reden”, entgegnet Pater Theo Koster, “er wird sehen, wir bereichern die katholische Kirche.” Ihn schützt sein Dominikaner-Orden, deshalb tritt er offen vor die Kamera.

Pater Koster ist seit 30 Jahren als Priester im Dienst der katholischen Kirche. “Ich habe mich meinem Glauben, meinem Orden verschrieben, ich bewundere all meine schwulen Kollegen, weltweit. Wir müssen viel erdulden.” Kaum begreiflich erscheint auch seinen Mitbrüdern im Kloster, wenn einem wie ihm die “affektive Reife” abgesprochen wird – mit keiner anderen Begründung als der: er ist homosexuell. Das findet er, ist vernünftigerweise nicht mehr diskutierbar. – “Manchmal macht mich Rom wütend, ich bin enttäuscht, fühle mich vergessen, meine Arbeit nicht geschätzt”, meint auch der 41-jährige Diakon Christian L. aus St. Gallen. Er ist als Diakon Seelsorger in einer St. Gallener Gemeinde. Bereits vor 10 Jahren hat er sich vor versammelter Gemeinde als Schwuler geoutet. Es war anfangs nicht leicht, aber heute ist die Pfarrgemeinde stolz auf “ihren” Christian, sie steht hinter ihm. Er mache eine tolle Arbeit, mit den Alten, den Jugendlichen, den Kranken und den Gefängnisinsassen, sagt auch sein vorgesetzter Pfarrer. Und auch die Schweizer Bischöfe lassen ihn – bislang zumindest – gewähren.

Undenkbar fast in Deutschland. “Die Angst geht um, ich weiß das von meinen deutschen Kollegen im Priesteramt”, meint Pater Koster, auch unsere Bischöfe äußern ihre Bedenken, aber bisher konnte ich sie immer beruhigen, sie sachgerecht informieren. Es ist wichtig miteinander zu reden und dann erfahren die zweifelnden Gläubigen und der Vatikan, dass wir keine Bedrohung sondern viel eher eine Bereicherung sind.”

“37º” erzählt drei Geschichten aus dem Lebens- und Arbeitsalltag dreier katholischer Seelsorger. Sie lieben ihren Beruf, sie achten die theologische Sachkompetenz ihres Oberhirten in Rom, haben sich ihrem Glauben verschrieben. Ihr einziges Manko (aus römischer Sicht): sie sind schwul.

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